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Bläserkonzert mal zwei

Vergangenen Samstag veranstaltete die Musikschule Butzbach ihr jährliches Bläserkonzert. Durfte es noch letztes Jahr aus bekannten Gründen nicht stattfinden, so wurden die Beiträge dieses Jahr auf zwei getrennte Bläserkonzerte verteilt, um genügend Abstand halten zu können. Zudem wurden die Konzerte nicht öffentlich vorher beworben. Aber einen Bericht sind sie sehr wohl wert.

Mit dem traditionellen und sehr schön gespielten, zur Jahreszeit passenden „Auld Lang Syne“ eröffnete Jonathan Best das Konzert. Sowohl er als auch Leo Schelter, der etwas später „Sailing“ von Gavin Sutherland mit klangintensiven Ton interpretierte, sind beide Klarinettenschüler von Cathrin Wenzel und wurden bei ihren Stücken von Joachim Wagenhäuser am Klavier begleitet.

Dass auch Erwachsene gute Spiel- und Aufführungserfahrung haben, bewies Amica Moraw, welche gemeinsam mit ihrem Blockflötenlehrer Gerd Schulz drei Duette auf Altblockflöten in gekonntem Zusammenspiel präsentierte. Als kleines, ebenfalls Erwachsenen-Ensemble spielte Gerd Schulz später mit Ingrid Bindhardt und Beate Durchfeld-Meyer weitere Barockstücke, hier die Blockflötenfamilie ausweitend. Neben der Alt- waren auch die Sopran- und die Knickhalsbassblockflöte vertreten. Letztere stellte Gerd Schulz kurz vor und begründete den Knick im Hals mit der besseren Spielbarkeit. Das Spiel des Trios war mal lebendig, mal von ruhigem Klang, eben wie die jeweilige Komposition es erforderte. Man konnte sich das Spiel drei Jahrhunderte früher in der Wendelinskapelle gut vorstellen, erzeugte doch die stilgetreu gespielte Barockmusik eine ganz eigene Atmosphäre.

Aber auch ganz andere Musikrichtungen waren zu hören: der Walzer „Die blaue Donau“ von Johann Strauß mit Juli Best, Lena Fink, Lena Pawliniarz und Anna Wißbach, einstudiert von Julia Schelter. Diesem festen Querflötenensemble der Musikschule gelang es gut, die verschiedenen Abschnitte dieses bekannten Walzers überzeugend zu gestalten, die langsame Einleitung ebenso wie die verschiedenen folgenden Melodien im Dreivierteltakt.

Ebenfalls einen solistischen Querflötenbeitrag gab es aus der Klasse von Bettina Hommen: Isabel Weinert hatte aus den 5 pezzi facile von Nina Rota zwei Stücke ausgesucht und mit reinem Ton und überzeugender musikalischer Ausdruckskraft zum Klavierspiel von Joachim Wagenhäuser vorgetragen.

Den Abschluss bildete ein Klarinettentrio mit Leo Schelter, Jonathan Best und Cathrin Wenzel, welche die Bassklarinette spielte und auch vorstellte. Bei dem Stück stand der Rhythmus im Vordergrund, was alle drei hervorragend meisterten, ist es doch nicht so einfach, nach Pausen gemeinsam weiterzuspielen.

Im zweiten Bläserkonzert gab es weitere Blasinstrumente zu hören. Lilly Jung hatte mit „Under the sea“ und „Can you feel the love tonight“ zwei Werke aus Film bzw. Musical ausgesucht. Mit eindrucksvoll guter Intonation gestaltete sie leicht jazzig und eingängig diese beiden Stücke zur Begleitmusik einer CD.

Ein bekanntes Werk aus der Klassik folgte, das erste Londoner Trio von Joseph Haydn. Lena Fink und Jonathan H. gestalteten die beiden Querflötenparts und Pius Schelter den Bass auf dem Cello. Einstudiert von Julia Schelter, zeigten die drei Jugendlichen ihre hervorragenden Fähigkeiten beim Aufeinanderhören und –eingehen.

Die mit elf Jahren jüngste Spielerin Lucia Herrmann brachte gemeinsam mit ihrem Lehrer Christopher Woods zwei Duette von Frédéric Berr zu Gehör. Auch hier ist die ausgezeichnete Intonation hervorzuheben. Die künstlerische Gestaltung der Schülerin lässt gespannt sein auf ihren nächsten Auftritt.

Schon seit ein paar Jahren ist es Tradition, dass ein kleines Ensemble aus der Big Band Black Dots der Musikschule bei den Bläserkonzerten auftritt. Dieses Jahr spielten der Trompeter Klaus Able, die Saxofonisten Jörg Ludwig und Ute Jacobssen sowie die Posaunisten Volker Martin und Norbert Singer unter der Leitung von Gerhard Brunner drei bekannte Popstücke, welche letzterer für diese Besetzung sehr jazzig arrangiert hatte. „Englishman in New York“ von Sting, „Michelle“ von den Beatles und „Africa“ von Toto bildet so einen klangstarken Abschluss dieses der Bläsermusik gewidmeten Nachmittags.