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Ein Musiker – 30 Instrumente

Weltmusik vom Feinsten brachte der Percussionist Markus Reich mit in das Künstlerkonzert der Musikschule Butzbach. Bietet die Wendelinskapelle ja schon ein besonderes Flair, so wurde dieses durch geschickte Lichttechnik noch verzaubert. Mit eigenen Klängen, Geräuschen, Loops, viel Improvisation aber auch mit festgelegten Melodie- und Rhythmusfolgen verzauberte auch die Musik das Publikum. Im Mittelpunkt stand das Spiel auf der Handpan, hieß doch auch das Programm Handpan & Meer. Meist spielte Markus Reich auf dreien dieser Instrumente gleichzeitig. Dabei zu bewundern war die Geschmeidigkeit, mit der der Künstler diese Instrumente spielte: Bewegliche Finger und lockere Hände führten zu traumhaften Melodien und Harmonien. Dies auch wegen des langen Nachhalls der einzelnen Töne der Handpans, die den ganzen Kapellenraum erfüllten und gleichzeitig so zart waren, dass die jeweiligen neuen Töne gut zu hören waren.

Was nun war das & Meer? Markus Reich hatte noch viele weitere Percussioninstrumente dabei, von denen er einige auch vorstellte. In einem noch namenlosen Stück verwendete er die brasilianische Berimbau, ein Instrument mit einer Saite an einem langen und biegsamen Holzstock und einem melonenförmigen Resonanzkörper. Der Ton wird erzeugt durch Schlagen der Saite mit einem weiteren Holzstab und durch Anlegen eines Steines oder einer Münze an die Saite wird die Tonhöhe beeinflusst. In Brasilien wird das Instrument bei Kampfkunst mit Tanz und Musik verwendet. Auch eine Steelpan, ein Verwandter der Handpan, die mit einem kleinen Schlegel zum Klingen gebracht wird, in verschiedenen Tonhöhen wie Alt, Tenor und Bass gestimmt sind und aus recyceltem Material bestehen, verfeinerte die Klänge des Abends. Seinen Soloabend bereicherte Markus Reich mit dem Einbeziehen von insgesamt drei SpielerInnen aus dem Publikum, welche am Rainmaker und der Oceandrum sein Spiel gekonnt lautmalerisch unterstützten. Alle eigene Werke mit so geheimnisvollen Titeln wie „ Passion“, „Pa ´Luka“ oder „Nacht“ zeigten die Vielfältigkeit von Markus Reich als Improvisator, Künstler und Spieler. Manchmal untermalt von Schlagzeugrhythmen und anderen Klängen von selbst eingespielten Loops. Der Applaus führte zu einer Zugabe und viele Zuhörer gingen nach dem Konzert noch zu den verschiedenen Instrumenten zum Anschauen, Staunen und Erklärenlassen.