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Begeisternde Filmmusik auf dem Akkordeon

Mit einem kurzweiligen Konzert feierten zwei Akkordeonorchester vergangenen Sonntag zwei Jubiläen: 40 Jahre Musikschule Butzbach und das 30jährige Jubiläum der Orchesterleiterin Petra Jehle, die bereits so lange schon mit viel Engagement, guten fachbereichsübergreifenden Ideen und großer Leidenschaft an der Musikschule tätig ist. Dafür dankte ihr Schulleiterin Marion Adloff sehr herzlich mit einem Präsent. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch die Musik. Das Butzbacher Akkordeonensemble begann mit „La Storia“ von Jacob de Haan. Dieser hat mit dem Werk eine Filmmusik ohne Film komponiert, denn die Handlung der Geschichte spielt sich allein in den Köpfen der Zuhörer ab. Der ruhige Anfang mit dem stimmungsvollen Einsatz des Schlagzeugbeckens erwischte genau den Moment, in welchem die Sonne hinter den Wolken hervorkam und die hintere Hälfte der Kapelle passend beleuchtete.

Eine sehr schöne Moderation hatte Johanna Kreuzer-Rave vorbereitet und so informierte sie das Publikum über viel Bemerkenswertes zu den Werken, den Komponisten und den Spielern. Die zweite Formation des Abends war das Akkordeonorchester LYRA aus Neuenhain, auch hier ist Petra Jehle die Dirigentin und auch dieses Orchester stellte sich erst einmal allein mit „Panomera“ des 1983 geborenen Komponisten Tobias Dalhofvor. Zusammengesetzt aus den Worten Panorama und Mera für Meer ist das Werk inspiriert von der Aussicht auf Dünenlandschaften im Nordwesten Dänemarks und ihren durch die Gezeiten der Natur und die geschichtlichen Ereignisse hervorgerufenen Veränderungen. Hier lässt sich regelrecht von Programmmusik sprechen: Durch Tremolo erzeugte Visionen von Luftflimmern, durch crescendo erreichter Sonnenaufgang, durch flächige Musik dargestellte Weite des Horizonts, tänzerische und kriegsähnliche Musik einander gegenüber gestellt und das Ganze durch verschiedene Taktwechsel in Spannung gehalten, darunter auch ungewöhnliche ungerade Taktarten.

Bis zur Pause ging es dann weiter mit beiden Akkordeonorchestern gemeinsam, bei deren Besetzungen auch E-Pianos, Schlagzeug und Elektronium viel zum Drive beitrugen. Auf die „Forrest Gump Suite“ von Alan Silvestri folgten die Titelmelodien von vier James-Bond-Filmen. Mit Schwung spielten die Musiker hier das chromatische Thema aus dem ersten Film, das zum musikalischen Erkennungszeichen aller Bond-Filme wurde. Zu nennen ist auch ihre Interpretation von „Goldfinger“, bei welchem das fetzige dramatische Zusammenspiel hervorragend gelang.

In „Music was my first love“ machten beide Orchester Stimmung, ihr rhythmisch auf dem Punkt genaues Spiel hatte eine enorm mitreißende Wirkung. Nach der anschließenden Pause folgte ein Duo. Moderatorin Johanna Kreuzer-Rave zeigte hier ihre großen Fähigkeiten auf dem verstärkten Bass-Akkordeon gemeinsam mit Andreas Lerch am E-Piano, welcher überzeugend zwischen Melodie und Begleitung abwechselte. Beide hatten sich einigen Hits aus dem Film Star Wars gewidmet.

In ganzer Besetzung war dann ein Medley aus dem Musical Mary Poppins zu hören sowie verschiedene italienische Sommer-Urlaubs-Hits. „Lasciate mi cantare“, „Ti Amo“ und „Azzurro“ machten sowohl den Spielern wie auch den Zuhörern großen Spaß. Ein kurzes aber überzeugendes Solo von Simon Kammer auf dem E-Piano von „Wie schön du bist“ von Sarah Conner, welches gekonnt gleichzeitig die Trauer wie auch die Hoffnung des Textes ausdrückte, führte zum offiziell letzten Orchesterstück des Abends: Brazil von Ary Barroso. Keine Frage, dass das Publikum noch mehr wollte und so verabschiedeten sich die Spieler mit zwei attraktiven Zugaben.