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Bericht über das Saxism-Konzert am 31. März

„Saxism“ – so der Titel eines Stückes für Saxofonquartett von Lennie Niehaus und auch immer das erste Stück bei einem Konzert von Saxism, ohne das diese Formation kein Konzert beginnt. Wieder einmal spielten sich die vier Saxofonisten Martin Zörb, Oliver Völzel, Alexander Fischer und Bernd Niesner vergangenen Sonntag in die Herzen der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft bei diesem Künstlerkonzert der Musikschule Butzbach. Martin Zörb, welcher zwischen Sopran- und Altsaxofon wechselte, hatte auch die Moderation übernommen. Viel Wissenswertes zu den einzelnen Werken, deren Komponisten oder Arrangeuren hatte er mitgebracht und gab es in einem charmanten, über die ganze Veranstaltung reichenden Dialog mit dem Publikum zum Besten, wobei alle viel zu Lachen hatten. Im ersten Teil des Programms erfüllte sich auch der erste Titelteil des Konzertes: Jazz meets Classic. Beim Spiel des „Black and White Rag“ von George Botsford konnten die Musiker selbst kaum ruhig stehen bleiben und überraschten gekonnt das Publikum mit den beiden unerwartet leisen Abschlusstönen. Das durch den ständigen Wechsel der Musizierpartner heikle „Take the A Train“ von Billy Strayhorn verlangte Saxism ein exaktes Aufeinander eingehen ab, was auch hervorragend gelang. Wie ein Orchester sollte das Quartett bei der „Ouverture Miniature“ von Peter Tschaikowsky klingen, gibt es doch wenig Originalkompositionen für diese Besetzung in der klassischen Musik. Mit einem kurzen Solo der Basslinie eröffnete Bernd Niesner auf dem Baritonsaxofon „Take Five“ von Paul Desmond und leitete so mit sonorem Ton das letzte Stück vor der Pause ein.
Nach der Pause erfüllte sich dann der zweite Programmtitel Klezmer meets Rock & Pop. Gleich zu Anfang war das vermutlich mitreißenste Stück des Abends zu hören: Bohemian Rhapsodie von Queen in einem Arrangement von Alexander Fischer. Die vier verschiedenen Abschnitte des Werkes wurden grandios dargestellt. Zuerst schwelgte das Quartett im Klang mit beindruckenden crescendi und decrescendi beim lyrischen Anfang des Rockstückes. Bei „I´m just a poor boy“ dann kurze prägnante Töne, im dritten Abschnitt growling, ein Sound, bei dem gleichzeitig zu dem Ton in das Instrument gesungen wird, begleitet vom klatschenden Publikum und dies wieder gefolgt von vollem Klang. Auch das folgende „Englishman in New York“ überzeugte mit viel Schwung und Freude der Musiker am eigenen Spiel, beinhaltet das Werk von Sting doch im Original auch Saxofonmusik. 
Ein schönes, einfühlsames Altsaxofonsolo gestaltete Oliver Völzel in der Mitte von „Just the way you are“ von Billy Joel. Mit dem traditionellen „Mazel Tov“ und „Babsi´s Freilach“ von Helmut Eisel waren zwei berauschende Klezmerstücke zu hören. Auch hier wieder der grandiose Einsatz des „dreckigen“ an Geräuschen reichen Tons im Tenorsaxofon bei Alexander Fischer und das mit den Lippen verursachte banding – also das Hineingleiten in einen Ton – im Sopransaxofon von Martin Zörb. Ein nicht enden wollender Applaus forderte und bekam zwei Zugaben, die wie das gesamte Konzert die Zuhörer begeisterten.