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Echte Kaffeehausmusik

Wien in Butzbach-Ostheim? Das geht, wenn man so rege Mitwirkende hat wie der Verein Unser Dorf Ostheim e.V., die den Saal des Ostheimer Dorfgemeinschaftshauses im Café-Stil einrichten, einen riesigen Oleander transportieren und als Augenweide aufstellen und vor allem sehr guten Kaffee und schmackhafte Törtchen anrichten. Und das geht, wenn es am Ort eine öffentliche Musikschule gibt, deren Lehrkräfte sich zu einem Salonensemble zusammenfinden und den Saal mit beschwingter Musik bespielen.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung mit dem Titel „Törtchen und musikalische Köstlichkeiten“ begrüßte der Ostheimer Hubert Meyer die Gäste – der Saal war bis auf den letzten Platz voll – und überreichte Musikschulleiterin Marion Adloff anlässlich des 40. Geburtstages, den die Musikschule mit vielen Veranstaltungen im gesamten Jahr 2019 feiert, eine besondere Geburtstagstorte geschmückt mit Noten, einer Tastatur, einer Geige und der entsprechenden Aufschrift zwischen appetitanregenden Rosen.

Anschließend wurde das leckere Kuchenbuffet eröffnet und nach dem alle Gäste versorgt waren, trat das Salonensemble auf. In deren Mittelpunkt stand die Butzbacher Sängerin Alexandra Steinhauer. Ausgestattet mit Sonnenbrille, altem Telefonmodell, Kleid mit Schlitz und vielem mehr unterstütze sie mit diesen Accessoires die verschiedenen Liedtexte und gab auch zu einzelnen Liedern interessante Informationen. So war „Tea for Two“ beispielsweise ursprünglich in der Bedeutung „Tee für 2 Pence“ gedacht. Zum traditionellen spanischen „La Paloma“ schunkelte das Publikum gerne mit und „Nur nicht aus Liebe weinen“ gestaltete Alexandra Steinhauer äußerst eindrucksvoll mit dem Wechsel von Sprechgesang und Singen. In „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ drückte sie einfühlend das Mitleid mit dem vergangenen Glanz der Eintänzer aus und bei „Pauline geht tanzen“ berauschte ihre strahlende Stimme in dem schnellen Walzer das Publikum.

Begleitet wurde Alexandra Steinhauer von zwei Melodiestimmen gespielt von der Geigerin Marion Adloff und der Klarinettistin und Saxofonistin Cathrin Wenzel. Diese beiden bildeten ein sehr gut aufeinander eingehendes Duo, welches sich in Melodie und zweiter Stimme hervorragend ergänzte und abwechselte. Getanzt wurde zwar nicht, dies wäre aber gut möglich gewesen, denn die Rhythmusgruppe groovte. Seiner Rolle gemäß bildete Georg Wolf am Kontrabass kunstgerecht und zupfend das Fundament, spielte aber auch mit dem Bogen gelegentlich schöne Melodien mit. Für die Harmonien waren der E-Gitarrist Wolfgang Janich und der Pianist Andreas Haag zuständig. Sie bildeten gekonnt den rhythmischen Klangteppich für die verschiedenen Melodien. Punktgenau und dennoch zurückhaltend gestaltete der Schlagzeuger Martin Ebner die Verbindung aller Mitspieler. In Ihrer Moderation stellte Marion Adloff ihn als ersten Schlagzeugschüler der Musikschule vor, hatte Martin Ebner doch als Kind 1980 mit dem Unterricht begonnen.

In kleinerer Besetzung gab es im Programm gestreut auch einige bestens passende Hits der sogenannten Klassik: Die Humoreske von Antonin Dvorak, Salut d´Amour von Edward Elgar sowie die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach.

Eine rundum gelungene Veranstaltung, die beweist, dass die Kooperation von zwei Butzbacher Institutionen mehr ist als die Summe ihrer Teile.