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Glanzpunkte im Künstlerkonzert

Sonaten-Highlights hatten sie ihr Konzert genannt, der Butzbacher Pianist Joachim Wagenhäuser und sein früherer Studienkollege und Violinist Johannes Blumenröther, der extra für das Konzert aus Freiburg angereist war. Und so standen auf dem Programm die Sonate in g-moll von Claude Debussy, die Sonate in d-moll von Johannes Brahms und die Sonate in A-Dur, bekannt als „Kreutzer-Sonate“ von Ludwig van Beethoven. Natürlich musste es bei so einem Programm sowie einer so überzeugenden Spielweise der beiden Künstler eine Zugabe geben, die ihrerseits so intensiv war, dass man sie durchaus ebenfalls als dem Programm zugehörig bezeichnen muss: Die Tzigane von Maurice Ravel.

Das letzte Konzert in diesem Jahr in der Künstlerkonzertreihe der Musikschule Butzbach war mit sehr vielen Zuhörern mehr als gut besetzt. Aber von vorne: Die dreisätzige Sonate von Debussy begann mit einem impressionistischen ersten Satz, der seine Lebhaftigkeit im spiccato – so nennt man die auf den Saiten springende Bogentechnik – und im glissando der Geige ausdrückte. Nachdenklicher mit scherzhaften Einschüben dann der zweite Satz und schnelle Läufe des Violinisten über rhythmischen Klangteppichen des Klaviers im Finale stimmten das Publikum auf ein besonderes Konzert ein. Den Klangfarbenreichtum dieser impressionistischen Musik gestalteten Johannes Blumenröther und Joachim Wagenhäuser mit viel Finesse und spielerischem Vergnügen.

Von den drei Sonaten für diese Besetzung von Johannes Brahms war nun die mittlere für den Abend ausgewählt, in welcher der Komponist die Gleichberechtigung beider Instrumente beabsichtigt. In die vier Sätze Allegro – Adagio – Un poco presto e con sentimento – Presto agitato legten die Künstler einerseits die besondere Brahmsche romantische Stimmung und andererseits die Kunstfertigkeit sich jagender und sich treffender Figuren und Läufe, die ein punktgenaues Zusammenwirken erfordern. Schon jetzt wurde das Publikum atemlos in die Pause entlassen.

Nach dieser dann die bekannte „Kreutzer-Sonate“ in A-Dur von Ludwig van Beethoven. Wie Joachim Wagenhäuser in seiner ansprechenden Moderation erzählte, hatte der Geiger Rodolphe Kreutzer, dem Beethoven diese Sonate gewidmet hatte, sie selbst nie aufgeführt, er hielt sie für unspielbar. Dass dem nicht so ist, bewiesen die beiden Künstler mit einer fulminanten Aufführung dieses Werkes, das auch einer Erzählung von Lew Tolstoi zugrunde liegt. Mächtige Klangkaskaden mit schmachtenden Einschüben, ein Variationssatz, den beide Künstler sehr ausdrucksvoll spielten und wo vor allem die herausragende Ausführung der Triller und weiterer Verzierungen durch Joachim Wagenhäuser zu nennen ist und wieder ein jagendes Finale, welches mit seinem punktierten Thema von beiden Künstlern feurig gespielt wurde.

Die Tzigane von Maurice Ravel beginnt mit einer langen solistischen Einleitung in der Violine. Hier zeigte Johannes Blumenröther seine überzeugende Meisterschaft mit dem Spiel in den hohen Lagen der tiefen G-Saite, dem pizzicato der linken Hand und vielen weiteren besonderen Violintechniken mehr. Und natürlich nahm auch dieses Stück dann wieder mit dem Hinzukommen des Klavieres noch mehr Fahrt auf und führte zu einem leidenschaftlichen Abschluss eines wunderbaren, hochkarätigen Konzertes.