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Künstlerkonzert mit Kammermusik für die Ukraine

Vergangenen Samstag veranstaltete die Musikschule Butzbach in der Wendelinskapelle unter dem Titel „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“ ein Künstlerkonzert mit Kammermusik gewidmet der belarussischen Flötistin Maria Kalesnikava, die im September 2021 aufgrund ihres Einsatzes bei Demonstrationen gegen die vermutliche Wahlfälschung bei der Wiederwahl des Präsidenten Lukaschenko zu elf Jahren Haft verurteilt wurde.

Das Konzert begann mit „Syrinx“, einem Stück für Flöte solo von Claude Debussy, welches die Künstlerin Ruth Wentorf vom hinteren Ende der Wendelinskapelle spielte, als Überraschung sozusagen, denn „Syrinx“ stand nicht auf dem Programm. Die weitere Musik erklang dann vom Altar her. Zuerst eine Bearbeitung für Flöte, Viola und Violoncello von einigen der dreistimmigen Inventionen Johann Sebastian Bachs, der diese ursprünglich für Tasteninstrumente geschrieben hatte. Hier kamen die weiteren Künstler Josef Unger-Wentorf, Viola und Maike Kunstreich am Cello dazu.

Da Maria Kalesnikava sich auch mit zeitgenössischer Musik beschäftigt hat – dies auch in Stuttgart nach ihrem Studium, welches sie in Minsk und an der Musikhochschule Stuttgart absolvierte – brachte Ruth Wentorf ein weiteres Solostück zu Gehör. „Voice“ for Solo Flutist des 1996 gestorbenen japanischen Komponisten Toru Takemitsu benötigte auch zeitgenössische Flötentechnik wie Flatterzunge, Klappenschlagen und in die Flöte gesprochenen Text.

Die Spätklassik war vertreten mit dem Trio B-Dur D 471 von Franz Schubert und einem Satz aus dem Duett für Viola und Violoncello mit dem Titel „Mit zwei obligaten Augengläsern“ von Ludwig van Beethoven. Den Abschluss bildete das komplette Trio Pour Flûte, Alto et Violoncelle op 40 des Franzosen Albert Roussel.

Zwischendurch gab es interessante Information über Maria Kalesnikava. Da es jedoch derzeit nicht möglich ist, Geld nach Belarus zu transferieren, hatten sich die Künstler entschieden, Flüchtlinge in der Ukraine zu unterstützen. Zusammengekommen sind € 350,--, sie gehen an die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.

Diese Gesellschaft engagiert sich seit 2002 in den Karpatenschutzgebieten - für Naturschutz. Deshalb hat sie dort bereits Strukturen und Mitarbeiter vor Ort.

Die Karpaten, ein Hochgebirge von etwa 1.300 km Länge, verlaufen in einem großen Bogen von der Slowakei und Polen über die Ukraine bis nach Rumänien. In der Ukraine liegen sie im Westen und werden derzeit von ukrainischen Flüchtlingen überlaufen, welche dort Schutz suchen, beispielsweise in den Gebäuden der Schutzgebietsverwaltungen. Die Hilfestellung für diese Menschen durch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt umfasst u.a. die Lieferung von Schlafsäcken, Isomatten, Taschenlampen und Heizgeräten. Michael Brombacher, Mitarbeiter der Zoologischen Gesellschaft, bedankte sich bei der Übergabe am nächsten Tag sehr herzlich für die Unterstützung und präzisierte: „Im direkten Umfeld der Schutzgebietsverwaltungen und deren Gebäude sind es mehrere Tausend Flüchtende. Hier haben wir bislang vor allem mit Medikamenten aber auch Kleidung und anderen Hilfsgütern unterstützt. Insgesamt haben wir bislang etwa 20 Tonnen an Ausrüstung geliefert bzw. im Land gekauft, davon auch acht Generatoren.“

Ein schönes, abwechslungsreiches und in seiner Hilfe wertvolles Konzert, für das Ruth Wentorf, Josef Unger-Wentorf und Maike Kunstreich viel Applaus erhielten.